Kauen und Schlucken ist für ge
sunde Menschen die natürlichste Sache der Welt. Wir schlucken ungefähr 1500 Mal pro Tag ohne uns darüber Gedanken zu machen. Erst wenn es Störungen beim Kauen und Schlucken gibt, wird klar, dass es sich hierbei um einen sehr komplexen Prozess handelt mit einem ausgeklügelten Zusammenwirken von Muskeln und Nerven.
Wenn ein Mensch beatmet werden muss, treten außerdem vermehrt Probleme beim Schlucken von fester Nahrung und auch Flüssigkeit auf. Häufige Gründe hierfür sind neurologische Erkrankungen, eine nachlassende Koordination des Schluckvorganges oder ein verzögerter Schluckreflex.
Wenn das Kauen und Schlucken beschwerlicher wird, meiden viele beatmete Menschen Lebensmittel, die sehr kauintensiv sind wie beispielsweise rohes Gemüse, rohes Obst, Vollkornbrot und Fleisch. Es wird eher zu leicht schluckbaren Speisen wie Reisbrei, Milchsuppen, Pudding und Kartoffelpüree gegriffen. Viele der Betroffenen weisen deshalb Defizite in der Ernährung auf und nicht selten entwickeln sie eine Mangelernährung. Sie verlieren an Gewicht, die Muskelmasse wird weiter abgebaut, und sie werden zunehmend schwächer und lustloser.
Eine ausgewogene und bedarfsdeckende Ernährung ist deshalb gerade für diese Menschen mit Störungen beim Kauen und Schlucken von großer Bedeutung.
Liegen Kau- oder Schluckbeschwerden vor, sollte die Auswahl der Kostform an das Ausmaß der Störung angepasst werden, um so lange wie möglich eine abwechslungsreiche Ernährung mit weitestgehend normalem Speisenangebot zu gewährleisten.
Dafür eignet sich das Angebot verschiedener Konsistenzstufen, die gemäß den individuellen Fähigkeiten des beatmeten Menschen ausgewählt und vom Pflegepersonal zubereitet werden können.
Bei allen Konsistenzstufen sollte auf die Auswahl nährstoffdichter Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Fleisch geachtet werden. Allgemein gilt:
Für manche beatmete Menschen reicht es aus, wenn auf die so genannte weiche Kost umgestellt wird.
Bei stärkerer Einschränkung des Kauens und Schluckens ist die Umstellung auf eine pürierte Kost sinnvoll. Diese Kostform macht das Kauen weitgehend überflüssig und erleichtert das Schlucken.
Die pürierte Kost bedarf bei der Herstellung der besonderen Aufmerksamkeit hinsichtlich der ernährungsphysiologischen Zusammensetzung aber auch hinsichtlich der appetitlichen Darbietung.
Pürierte Kost wird schnell zum täglichen Einheitsbrei, der bei vielen Menschen eher Ablehnung als Appetit auslöst.
Mit einigen Kniffen kann auch die pürierte Kost zum Gourmeterlebnis werden.
Viele Menschen leiden an Einschränkungen beim Kauen und Schlucken. Die Nahrungsauswahl wird dadurch stark eingeschränkt. Wird frühzeitig darauf reagiert und die Kost den individuellen Fähigkeiten des beatmeten Menschen angepasst, kann auch unter diesen Umständen eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen gewährleistet werden. Oberstes Gebot dabei ist, so lange wie möglich eine weitestgehend normale Kost beizubehalten und auch bei konsistenzdefinierten Kostformen auf eine attraktive Gestaltung und tägliche Abwechslung zu achten. Nur so isst der Betroffene weiterhin mit Appetit und Freude.
Sollte auf Grund der Erkrankung das Essen auch von pürierter Kost nicht mehr möglich sein, weil das Kauen und Schlucken gar nicht mehr möglich ist, gibt es inzwischen gute Formen der künstlichen Ernährung.
In Auszügen mit freundlicher Genehmigung des Verband der Küchenleiter/innen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen e.V.
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