Oberkörperhochlagerung
Ein erhöht gelagerter Oberkörper, halbhoch bis hin zur sitzenden Position, erleichtert das Atmen. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Patient nicht in Richtung Fußende rutscht. Hierdurch würde sich der Winkel des Körperknicks so ungünstig verschieben, dass der Oberkörper in sich zusammengedrückt würde. Diese Position würde eine tiefe und leichte Atmung erschweren. Es empfiehlt sich, eine Bettverkürzung (Kissen, weiche Fußstütze) zur Stabilisierung der Oberkörperhochlage anzubringen.
Oberkörperhochlagerung bei erschwerter Atmung

Der Brustkorb wird dabei von der Last der Schultern befreit, der Einsatz der Atemhilfsmuskulatur unterstützt. Eine Knierolle oder Ähnliches führt zur Entspannung der Bauchdeckenmuskulatur und so zur weiteren Erleichterung des Atemvorganges
Seitenlage

Die Seitenlage verhindert Sekretanschoppung. Eine mehrmals täglich (z.B. 2- stündlich) erfolgter Wechsel von rechter und linker Seitenlage ermöglicht die leichte und vollständige Belüftung des jeweils freiliegenden Lungenflügels. Dies ist insbesondere bei der 90°- Seitenlage der Fall. Wegen der hohen Druckbelastung der aufliegenden Körperhälfte sollte sie, bei gleichzeitig bestehendem Dekubitusrisiko, nicht länger als 20 bis 30 Minuten durchgeführt werden. Das Bronchialsekret wird leicht in Richtung Hauptbronchus befördert und kann von hier abgehustet werden.
Halbmondlage
Die Halbmondlage dient der Dehnung des Oberkörpers. Die Lunge kann sich freier entfalten, alle Lungenareale werden belüftet. In der Seitenlage wird die Dehnung u. die halbmondförmige Position des Patienten durch die Streckung eines Armes über den Kopf erreicht. Die Beine verstärken die Dehnung des Oberkörpers, indem sie gerade und geschlossen zur nicht gedehnten Körperhälfte gezogen werden. Die Halbmondlage sollte mehrmals täglich für ca. 5-15 Minuten durchgeführt werden.
Dehnlage

Die Dehnlage ist eine Seitenlage, die zum Zweck der Atemerleichterung durchgeführt wird. Die Dehnung der jeweils freiliegenden Oberkörperhälfte wird durch Hochlagerung des Armes erreicht; somit wird die Last des Schultergürtels vom Brustkorb genommen. Dieses kann zusätzlich durch Anbringen eines gerollten Kissens unter den Flanken und eines kleinen Kissens unter dem Kopf unterstützt werden.
V-Lagerung

Die V- Lagerung dient der intensiven Belüftung der Lungenspitzen und der Flanken. Es werden zwei schiffchenartig geformte, nur wenig gefüllte Kissen in V- Form so zusammengelegt, dass sich die Spitzen überlappen. Diese Überlappung wird entweder unter den Schultern oder unter dem Gesäß des Patienten angebracht. Die erstgenannte Lage fördert die Belüftung der Lungenspitzen; die zweitgenannte fördert die Belüftung der im Bereich der Flanken liegenden Lungenbezirke. Der Kopf wird separat gestützt.
T-Lagerung
Die T- Lagerung führt zur Dehnung des Brustkorbs, so dass alle Lungenbezirke leicht zu belüften sind. Der Atemvorgang wird erleichtert. Es werden zwei dünne schmale Kissen zu Schiffchen verformt und einander in T- Form zugeordnet. Das “ T ” wird so unter dem Patienten plaziert, dass Schultern und Wirbelsäule unterstützt werden. Dadurch liegen gleichzeitig die Schulterblattspitzen und die Rippenränder frei. Die T- Lagerung kann sowohl in Rückenlage als auch in sitzender Position durchgeführt werden. Der Kopf wird jeweils separat unterstützt.

Quelle: “Die Pflege des Menschen”, Mechthild Seel, Brigitte Kunz Verlag 1992, S. 46-53
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